Synaware GmbH - Neuro Information Technologies  
 
     

Beispiele von Anwendungsgebieten

 

Neuronale Netze
  Einführung
  Anwendungsgebiete
    Beispiele von Anwendungsgebieten
    Weitere Anwendungsgebiete in Kurzform
  Beispiele
  Weitere Informationen

 

Das Einsatzgebiet für Neuronale Netze ist sehr weitreichend und kann an dieser Stelle nur ansatzweise aufgegriffen werden. Im Folgenden sollen daher nur einige wenige Beispiele kurz vorgestellt werden. Für weitere Informationen möchten wir Sie auf unsere eigens dafür eingerichtete Website www.neuronale-netze.ch ver-weisen.

Mustererkennung/-ergänzung

Ein wichtiges Einsatzgebiet für Neuronale Netze ist die Mustererkennung. Mit Hilfe von Neuronalen Netzen können auch verrauschte, sprich unscharfe oder unvollständige Muster erkannt werden. Ein gutes Beispiel dazu bietet die Personenerkennung. Die Schwierigkeit hierbei ist die Tatsache, dass eine Person nie genau gleich aussieht, sie muss aber trotzdem erkannt und identifiziert werden können. Hier ergänzt das Neuronale Netz das Bild und vergleicht es mit dem gelernten und gespeicherten Prototyp. Auch die Schrifterkennung ist ein wichtiges Einsatzgebiet, zum Beispiel um aus Bilddaten einen lesbaren und abänderbaren Text zu erschaffen. Hierfür verwendet man meistens einen Musterassoziator oder einen Autoassoziator.

Sprachanalyse

In der Sprachanalyse werden Neuronale Netze eingesetzt, da es sich hierbei ebenfalls um verrauschte Muster handelt. Eine Stimme klingt je nach Gemütslage nie genau gleich. Die Software muss also die gelernten Sprach-Muster den neuen Geräuschen bzw. Sprachmustern zuordnen können. Dabei arbeitet man hier hauptsächlich mit Fehlerrückführungs-Netzen.

Datenübertragung

Bei der Datenübertragung wird zunächst das zu übertragende Muster von einem Neuronalen Netz in eine Klasse einsortiert. Ausschliesslich diese Information, welche im Vergleich zur ursprünglichen Datenmenge massiv reduziert ist, wird übertragen. Von einem zweiten Netz wird der Prototyp dieser Klasse erzeugt. In der Regel werden für die Datenübertragung selbstorganisierende Karten (SOM) oder Fehlerrückführungs-Netze verwendet. Datenübertragen und Datenreduktion mittels Neuronaler Netze eignet sich überall dort, wo eine hundertprozentige Rekonstruktion der Ursprungsdaten nicht erforderlich ist oder eine genügend grosse Fehlertoleranz zugelassen werden kann. Als Beispiele für diesen Verwen-dungszweck sollen an dieser Stelle die Übertragung von Audio- oder visuellen Daten (Sprache, Musik, Bild oder Video) genannt sein. 

Regelung

In der Regelungstechnik kommt es sehr oft vor, dass ein Prozess sich im Laufe der Zeit ändert. Zum Beispiel nutzt sich eine Walze mit der Zeit ab, worauf sie ständig neu eingestellt werden müsste. Hier können Neuronale Netze eingesetzt werden, welche die Änderungen erkennen und die Parameter dann selbst entsprechend ändern. Diese sogenannten adaptiven Regler werden mit Fehler-rückführungs-Netzen oder anderen mehrschichtigen vorwärtsgerichteten Netzen umgesetzt.

Robotik

In der Robotik werden Neuronale Netze eingesetzt, um die Fortbewegung in unbekanntem Gelände zu lernen. Eine einfache Stabheuschrecke organisiert die Bewegungsabläufe ihrer sechs Beine dezentral über rückgekoppelte Netze und passt sie immer neu den Umweltbedingungen an. Dieser, aus der Natur entlehnte, Mechanismus kann erfolgreich mittels Künstlicher Neuronaler Netze umgesetzt werden und findet Einzug in verschieden ausgearteten „Gehmaschinen“.

Elektronische Nasen

In der Praxis müssen häufig verschiedene Gerüche, Dünste oder Gase aufgespürt und identifiziert werden. Elektronische Nasen sind Systeme, die entwickelt worden sind, um diese aufzuspüren. Eine elektronische Nase wird normalerweise aus einem chemischen Sensorsystem und einem Mustererkennungssystem (Neuronales Netz) zusammengesetzt. Jede Chemikalie hat eine Signatur oder ein Muster, das charakteristisch für diese ist. Indem das Sensorsystem mehrere Chemikalien vermisst, wird eine Datenbank von Signaturen, bzw. Muster dieser Chemikalie erzeugt. Diese Datenbank von Signaturen wird benutzt, um das Mustererkennungssystem zu trainieren. Ziel ist es, dem Mustererkennungssystem beizubringen, dass einzigartige Klassifikationen von jeder Chemikalie erzeugt werden können. Damit kann dann eine automatische Identifikation implementiert werden.

Die Komplexität der gesammelten Daten von einem Sensorsystem kann eine automatisierte chemische Analyse erschweren. Eine Möglichkeit der Identifikation ist ein Array von Sensoren zu bilden, in dem jeder Sensor auf eine bestimmte Chemikalie reagiert. Damit muss aber die Anzahl der Sensoren mindestens so gross sein wie die Anzahl der Chemikalien, die analysiert werden sollen. Es kann sowohl sehr kostspielig als auch schwierig sein, solche Sensorarrays zu bauen. Künstliche Neuronale Netze werden verwendet, um komplexe Daten zu analysieren und Muster zu erkennen. Wenn ein Neuronales Netz mit einem Sensorsystem kombiniert wird, so kann die Anzahl der Sensoren kleiner werden, d.h., die Anzahl der Sensoren kann gegenüber der Anzahl der aufzuspürenden Chemikalien verringert werden. Auch können weniger selektive (einfachere) Sensoren, die dadurch nicht so teuer sind, implementiert werden. Diese Systeme finden Einsatz in der Praxis:

  • In einem Experiment wurde versucht, kosteffektive Technologien zu entwickeln, um die Umwelt zu regenerieren. Elektronische Nasen können dabei sehr hilfreich sein. Verschiedene Anwendungen wären beispielsweise die Analyse einer Mischung von Brennstoffen, Aufspürung eines Öllecks, Überprüfung von Grundwasser oder die Identifikation von toxischem Müll.
  • Die elektronische Nase findet auch Anwendung in der Medizin als ein diagnostisches Werkzeug. Eine Nase kann Gerüche des Körpers analysieren und verschiedene Probleme identifizieren. Der Mundgeruch kann auf Infektionen, Zuckerkrankheiten oder Probleme mit der Leber hindeuten.

Medizin

Neuronale Netze finden nicht nur in elektronischen Nasen Anwendung in der Medizin. Sie werden auch entwickelt, um verschiedene Teile des menschlichen Körpers zu modellieren, sowie verschiedene Krankheiten auf der Basis von Untersuchungsdaten zu erkennen. Neuronale Netze werden experimentell entwickelt, um das menschliche Kardiovaskulärsystem zu modellieren. Eine Diagnose kann optimiert werden, indem ein Systemmodell für eine einzelne Person gebildet wird. Dieses Modell wird dann später mit Echtzeitmessungen des Patienten verglichen. Ein Modell für eine einzelne Person muss aber die Beziehungen zwischen vielen verschiedenen Variablen gut simulieren können. Das lässt sich sehr gut mit einem Neuronalen Netz erledigen. Ein solches System kann eine frühe Diagnose für Menschen ermöglichen, die unter gefährlichen Arbeits-bedingungen arbeiten. Zum Beispiel kann das System helfen, die Effekte von Rauchinhalation für Feuerwehrmänner zu beurteilen. Das System bestimmt dann, ob Feuerwehrmänner sich ausreichend von einer Rauchinhalation erholt haben, um sich wieder an den Brandherd zu begeben zu können.

Affective Computing

Im „Affective Computing“ werden Neuronale Netze auf das Erkennen emotionaler Reaktionen trainiert. Ziel ist eine Verbesserung des Interfaces, der Interaktion von Netz und Nutzer ohne Eingabegeräte wie Maus oder Keyboard. Somit kann z. B. für behinderte Personen die Gewährleistung der Barrierefreiheit garantiert werden. Emotionen lassen sich durch komplexe physiologische Lernmuster charakterisieren. Die Entwicklung und der Einsatz entsprechender Software oder Geräte für die Medizin und Psychiatrie liegen ebenfalls auf der Hand.

Schwarmintelligenz und Superorganismen

Stellen Sie sich eine Population einfacher Roboter vor, die wie Gabelstapler nur Hindernisse (z. B. kleine Teelichter) schieben können (solange die Reibung einen Schwellenwert nicht überschreitet) und Hindernissen ausweichen können. Obwohl die Roboter nicht entsprechend programmiert wurden und untereinander nicht (wie z. B. Insekten) kommunizieren können, haben sie nach einer gewissen Zeit ihre Hindernisobjekte nach bestimmten Ordnungsmustern zusammengeschoben. Beim Roboterfussball soll schließlich Schwarmintelligenz durch verteilte künstliche Intelligenz im Team realisiert werden. Ziel ist, dass die Fussballroboter während des Spielverlaufs wie menschliche Spieler ohne Zentralsteuerung eine gemeinsame Spielstrategie entwickeln, die sich selbständig auf neue Situationen einstellt. Nebst dem Einsatz von symbolbasierter künstlicher Intelligenz hat man erkannt, dass Neuronale Netze in diesem Bereich sehr erfolgreich sind und prinzipbedingt nicht an statische, unüberwindbare Grenzen stossen.

 
     
 
Neuronale Netze Produkte Download Shop Support Synaware GmbH